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Eine Zeitreise in die 70er... Eigentlich lasse ich mich nicht von negativen Bewertungen abschrecken und mache mir lieber selbst ein Bild. Hier fand ich aber einige Kritikpunkte bestätigt. Der Tirolerhof ist eine einfache Pension, ich war hier nur für 3 Nächte, um Freunde in der Gegend zu besuchen. Die Zimmer sind in Ordnung. Mein Zimmer (Nr. 7) war recht groß und geräumig, sehr einfach eingerichtet, allerdings mit sehr dunklen und alten Möbeln, was es nicht sonderlich gemütlich machte. Ich habe aber auch einen Blick in ein Einzelzimmer auf der Sonnenseite werfen können, dies machte dank Balkon und helleren Möbeln gleich einen deutlich freundlicheren Eindruck. Bequemere Stühle wären aber schön, damit man sich auch bei schlechtem Wetter mal hier aufhalten kann. Zimmer und Bad waren sehr sauber, die Matratze war für mich persönlich sehr gut, ich habe ausgezeichnet geschlafen. Die Pension wirbt mit einem „reichhaltigen Frühstücksbuffet“. Das kann ich so nicht bestätigen, es handelt sich eher um ein einfaches, schlichtes Buffet. Zwar gab es 3 verschiedene Brötchensorten, ich war mir aber nicht sicher, ob diese vom Bäcker oder eher aus dem Supermarkt waren. Bei Wurst (3 Sorten) und Käse (leider nur 1 Sorte) handelte es sich definitiv um abgepackte Ware. Zudem gab es 2 Sorten Marmelade, Honig und einen großen Topf naturbelassenen Joghurt, alles etwas lieblos und nicht sehr ansprechend angerichtet. Ja, ich konnte mich satt essen, aber unter „reichhaltig“ verstehe ich auch frische Zutaten wie z. B. ein paar Gurkenscheiben, Tomaten, frische Wurst und Käse (gern auch etwas regionales) sowie etwas Obst. Auf der Internetseite steht bei den Zimmerpreisen „mit Frühstücksbuffet zzgl. Kurtaxe“. Daher war ich überrascht, dass neben dem Zimmerpreis von 54 EUR das Frühstück mit 13 EUR extra berechnet wurde. Das ist für dieses Angebot nach meinem persönlichen Empfinden deutlich zu viel. Maximal 7 – 8 EUR halte ich für angemessen. Die Atmosphäre im Haus empfand ich persönlich als eher ungemütlich. Eingangsbereich und Gastraum sind sehr dunkel, mit unzähligen Pflanzen und Deko – manch einer würde es Kitsch nennen – überfrachtet. Der Frühstücksraum ist dagegen heller und freundlicher. Vielfach hängen handgeschriebene Zettel mit Ge- oder Verboten aus („Beim Frühstück Tele aus!“). Der Außenbereich erscheint vernachlässigt, was sehr schade ist, denn die Pension hat eine eigentlich schöne Sonnenterrasse, die zumindest aktuell leider nicht zum Verweilen einlädt. Im Gespräch mit anderen Gästen erfuhr ich, dass der Tirolerhof mal ein guter Gasthof war, der nach einem Sterbefall vor einigen Jahren von Vater und Sohn als Frühstückspension weitergeführt wird. Vielleicht erklärt das einiges und man muss in einer „Männerwirtschaft“ sicher ein paar Abstriche machen. Dabei hat das Haus viel Potenzial, die ruhige Lage am Ortsrand mit Wanderwegen in unmittelbarer Umgebung ist optimal. Eine Frischzellenkur wäre aber dringend nötig. Mir persönlich fehlte es zudem an Wärme, Herzlichkeit und Freundlichkeit, wie ich es aus anderen Pensionen oder Gasthöfen kenne. Ein einfaches „Herzlich willkommen. Hatten Sie eine gute Anreise?“ oder „Schön, dass Sie bei uns waren. Gute Heimfahrt.“ würde dem Gast schon das Gefühl vermitteln, als Mensch willkommen gewesen zu sein. Vielleicht muss man aber auch erst miteinander warm werden, damit sich ein solches Gefühl einstellt. Für mich persönlich ziehe ich das Fazit, dass die Pension für einen anspruchslosen Kurzaufenthalt ok ist. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt aber nicht und liegt für mich um 10 – 15% zu hoch. Dies sind meine persönlichen Eindrücke, letztlich muss jeder selbst entscheiden, ob er sich dort wohl fühlt oder nicht. Lieber Herr Weirather, ich habe eben keine hohen Ansprüche, sonst hätte ich ein Hotel und keine Frühstückspension gebucht. Ich mache seit mehr als 35 Jahren Urlaub in kleinen Betrieben, familiengeführten Pensionen und Gasthöfen. Aus dieser Erfahrung heraus fällt der Tirolerhof im Vergleich leider deutlich ab. Aber immerhin gibt es ja auch Gäste, die anderer Meinung sind. Auch für Sie alles Gute.